Das Boot ist voll

Freies Werkstatt Theater Köln

Text Inken Kautter und Nico Dietrich;  Regie Nico Dietrich

asyl3dDasBootIstVoll (pdf) mit Kritiken und Fotos

aus: akt. Die kölner theaterzeitung

IN DAS GELOBTE LAND ENTWISCHEN

Schön unterstreicht ein Aquarium mit einer Miniatur-Akropolis (Bühnenbild: Giovanni de Paulis) darin das scheinbar von der Welt abgetrennte Europa.Man guckt als Flüchtling von außen herein. Sehr wirkungsvoll ist die 22 Meter lange Spielfläche in der neu eröffneten Kellerbühne des FWT. Schon im Anfangsbild spielen die Schauspieler das Eindringen über einen Zaun hinweg in die EU und nutzen dabei die volle Länge, versuchen auch immer wieder, durch die Einlasstüren in das gelobte Land zu entwischen. Auch stellt sich ein direkter Kontakt zum Publikum ein. Man verschwindet nicht als Person in den hintersten Reihen, ist schlichtweg nah dran und damit involviert. Auf drei Monitoren ist das Bild von Live-Kameras zu sehen. Das hinterfragt nochmals die eigene, einseitige Zuschauerperspektive. Auch Mikrofone unterstreichen die Distanz mancher Interviewpartner, wenn etwa offizielle Statements von Politiker und Diskursführern zitiert werden.

aus LIVEKRITIK.DE KULTURA EXTRA   Karoline Bendig

….“Auch formal kann der Theaterabend überzeugen. Die Bühne entspannt sich über 20 Meter, und das Publikum sitzt in wenigen Reihen an der Längsseite des Raumes. Türen markieren mögliche Fluchtwege nach draußen und dienen zugleich als Veranschaulichung für die verschiedenen Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, u.a. Abschiebung und Bleiberecht. Später wird ein mobiler Zaun über die Bühne geschoben, hinter dem die Schauspieler „eingesperrt“ sind, während sie zugleich als Vertreter des Kölner Flüchtlingsrats über die Lage der illegal nach Europa eingereisten Flüchtlinge referieren. Links steht ein Aquarium, in dem passendweise eine Kulisse versenkt wird, die der Akropolis in Athen nicht unähnlich ist.“

Bühnenbild und Kostüm